Sonntag, 28. Oktober 2007

Schaumschlägerei

Was da im letzten Bericht aussah wie Ausgrabungen römischer Katakomben, sind meine Spanten.
Aber wieso weiss? - Weil's Styropor ist.
Der Rahmen von der ganzen Anlage ist mittlerweile verdammt schwer geworden. Ich wollte anfangen Gewicht zu sparen.
Am Liebsten hätte ich ja mit Dämmschaum gearbeitet. Dämmschaum ist so ziemlich die beste Erfindung seit Schnittbrot. Es ist billig, einfach zu verarbeiten - und leicht. Es hat nur einen Riesen Nachteil: Es ist auf der Insel nicht zu kriegen.
So musste ich mir dann eine Alernative einfallen lassen. Wenn's nicht mt Styrodur geht, dann vielleicht mit Styroform? Naja, nicht so wie geplant. Es liess sich nicht so in Lagen verarbeiten wie Styrodur.
Das Ergebnis meiner Gedanken war eine Zwittermethode: Für sanftere Hügel baute ich Spanten aus Styroform, die dann mit Fliegengitter, Käsetüchern und Gips überzogen wurden.
Das sparte schon Mal einiges Gewicht:
Das Styropor ist von Apfelkisten, mit den Trauben auf die Insel geliefert werden. Das Fliegengitter ist nicht von Faller oder Noch, sondern vom Baumarkt.
Auf dem Holzrahmen kann das Gitter mit dem Tacker befestigt werden. Im Styroform geht das nicht. Hier wurde geklebt. Zuerst mit dem üblichen verdünnten Holzleim - das dauerte allerdings Tage bis zum Trocknen - dann mit Sekundenkleber. Das letztere hat einwandfrei funktioniert. Allerdings sollte man testen!

Dieses System hat ausser der Gewichtsersparnis noch den Riesen Vorteil, dass man keine grosse Werzeugsammlung dazu benötigt. Ein stabiles, scharfes Messer genügt.

Ansonsten natürlich eine kräftige Schere und einen Tacker. Hier würde ich allerdings nicht die Schreibtischausführung nehmen, sondern was g'scheites vom Baumarkt. Lasst euch aber bloss keinen Elektrotacker aufschwatzen. Wenn schon nicht mechanisch, dann zumindest pneumatisch.

Die alte Methode war, Gipsbinden aud das Fligengitter aufzubringen. Diese Gipsbinden von Faller oder Noch werden zu Apothekenpreisen gehandelt, und die ortsansässige Apotheke hat keine rausgerückt (ihr habt in Deutschland wahrscheinlich mehr Glück).
Für Logger's Hill oberhalb der Strasse hatte ich mir die Gipsbinden selbst gemacht aus Mullbinden vom Supermarkt und Gipspulver vo Baumarkt. Das funktionierte zwar, war aber auch nicht gerade ein Eigelb - so, was tun, sprach Zeus, die Götter sind besoffen!
Bei einer wochenendlichen Einkaufstour zeigten die Götter mir ein spottbilliges Produkt: Käsetücher*! Im Sonderangebot! 3qm für einen Dollar! Also, wer da nicht zuschlägt.....

Gegenüber den Gipsbinden änderte ich allerdings die Arbeitsweise. Anstatt den Stoff in Gipspuder zu wälzen und dann in's Wasser zu schmeissen, schnitt ich den Stoff grosszügig zurecht und verteilte ihn grosszügig auf der zu bearbeitenden Fläche. Aus einer Sprühflasche wurde das ganze dann grosszügig mit Wasser eingesprüht, damit es sich grosszügig flachlegt.
Naja, und dann einfach grosszügig mit Gips eingeschmiert. Ich bin immer in Stücken vorgegangen, da Gips in unseren Breitengraden rasend schnell abbindet ....

Nach einem Anstrich mit leberwurstgrauer Acrylfarbe (selbst zusammengemischt!) wäre das ganze dann fertig zum Begrasen ... doch gemach!


*Zum Thema Käsetücher: Ich war erstaunt, zu welchen Preisen dieser Stoff mittlerweile in Deutschland verkauft wird. Aus der Kocherei des Indo Pazifischen Raumes wären diese Tücher gar nicht weg zu denken und müssen deshalb billig sein. Ich kann mich noch an Zeiten erinnern, als dieser Stoff selbst in Deutschland gang und gäbe war, habe ihn sogar selbst getragen in ganz, ganz früher Jugend.

Fortsetzung folgt....

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