Die erste Bahnlinie sollte allerdings nicht all zu lang sein. Etwa 500 Meter waren alle, was man sich erlauben konnte. Die Linie hatte ihren Anfang im Stollen, wo Kohle aufgeladen wurde, die dann nach zum Himbachel Creek transportiert wurde. Dort war eine Verladung auf Ochsenkarren, die dann den Bach entlang zum Ohio River gingen. Dort wurde die Kohle dann wiederum auf Schiffe verladen.
Das war natürlich äusserst umständlich, doch die Idee, die Bahnlinie entlang dem Bach zu führen, scheiterte am schwierigen Terrain. Für die drei Himbachels war es wichtig, überhaupt eine Bahn zu haben.
1822 wurde eine dampfbetriebene Entlüftung in den Schacht gebaut. Somit konnte man auch die Bahnlinie weiter vorantreiben, und zudem Förderbänder in die Seitenstollen installieren. Diese Bänder luden die Kohle direkt in die Waggons. Das machte einen Teil der Belegschaft und vor allem die Grubenponies überflüssig. Die Kosten sanken, Profite stiegen.
1825 war es endlich soweit: Crow Mountain war durchstossen. Man hatte endlich einen Tunnel aus dem Tal hinaus. Damit war es möglich die Bahnlinie direkt bis an den Ohio River zu legen. Pittsburgh lechzte nach Kohle, und die Himbachels waren die schnellsten zu liefern.
Aber nicht nur Kohle, nein auch Mehl, Getreide, Vieh und vor allem Holz konnte nun einfacher transportiert werden. Die Verladestation lag hinter dem Bach, der, damals wie heute, von einer Bohlenbrücke überspannt wurde. An dieser Stelle steht heute das alte PRR Wartehäuschen. Die Brücke war eigentlich nicht notwendig gewesen und wurde eigentlich nur aus Stolz auf's Ingenieurstum heraus gebaut.
Im gleichen Jahr hatte Max Louise McCormick, die Tochter eines Pittsburgher Stahlbarons, geheiratet. Dieser Ehe entsprangen 3 Töchter (Elsie, 1827; Margareth, 1828; Bethe, 1831), sowie William II 1834. Louise verstarb kurz nach Williams Geburt.
George blieb zeitlebens Junggeselle, aber wohl nicht kinderlos, wenn man Gerüchten vertrauen durfte.
Da um 1835 herum Logging Mountain und Crow Mountain abgeholzt waren, baute man eine dampfgetriebene Sägemühle mit Bahnanschluss auf die andere Seite des Tunnels. Damit war man um einiges näher an den Holzfällercamps. Auf dem Fundament der Mühle steht auch die heutige. Nur die Bahnanlagen wurden irgendwann erneuert.
Zwei Jahre später baute man eine Linei, die sich den Flanken des Crow Mountains entland nach oben zog. Sie diente zu Beginn hauptsächlich dem Holztransport und der Versorgung der Holzfäller, doch bauten Max und George auf dem Hochplateau kleinere Manufakturen auf, für die eine Bahnverbindung von äusserstem Vorteil war. Auf dem Plateau war Platz, den man in den Tälern nicht hatte.
Zwischenzeitlich wurde auch der Weg zum Ohio durch das Tal verbessert. Die Strasse existiert heute noch, wenn auch besser ausgebaut und teilweise asphaltiert.
1840 verstarb William Senior im fast biblischen Alter von 77 Jahren. Er hinterliess seinen Söhnen nicht nur das Land seines Vaters, sondern auch Geschäftsanteile in fast jeder grösseren Stahlmühle der USA. Max und Geaorge waren unermesslich reich.
Und diesen Reichtum steckten sie in ihre Eisenbahn. 1841 begannen sie, entlang dem Ohio River Richtung Pittsburgh Land aufzukaufen. Sie waren der Meinung, dass die Bahn Güter schneller und sicherer transportieren konnte als die Boote und Schiffe, die bisher verwendet wurden.
1843 wurde mit dem Bau beginnen, 1846 war Pittsburgh erreicht, und die Himbächel Valley Rail Road (HVRR) offiziell gechartert. Immense Erdbewegungen kosteten Unsummen. Max und George hatten sich gewaltig verkalkuliert, und der Bau kostete etwa doppelt so viel wie geplant. Erschwerend kam hinzu, dass die Brüder hofften, ihre eigenen Lokomotiven auch an andere Bahnverwaltungen verkaufen zu können. Doch waren Importe aus England billiger und zuverlässiger als die Himbachel. So blieb es bei den fünf Maschinen, die für die eigene Linie gebaut worden waren. Die Lokomotivfabrik wurde geschlossen. Es blieben nur einige wenige Arbeiter zurück, die die Lokomotiven auf Plateau Yard warteten und gegebenenfalls Ersatzteile anfertigten.
Plateau Yard war schon 1839 entstanden. Da in den Bergen mehr Platz war als im Tal, wurden alle Himbachel Betriebe nach und nach nach oben verlegt. Auch das verschlang jede Menge Geld.
Max verstarb 1850. George war nun alleiniger Teilhaber des Konzerns, bis Billy (wie William II genannt wurde) volljährig war. Allerdings war zu der Zeit bereits etwas Ebbe in der Kasse. Die hohen Kosten für den Bahnbau und die Fabrikneubauten hatten die Brüder gezwungen, einige ihrer Stahlanteile zu verkaufen. Die Hoffnung, dass andere Unternehmer entlang der Bahnlinie Betriebe ansiedelten, die dann die HVRR zum Transport ihrer Waren heranzögen, erfüllte sich nicht. Die Industrie konzentrierte sich auf Pittsburgh, Chicago und Columbus. Himbachel Valley versank in Unbedeutsamkeit.
Zu allem Elend waren dann 1852 die Kohlenvorräte im Crow Mountain versiegt. Damit blieben nur die Holzwirtschaft, Ackerbau und Viehzucht und ein paar Stahlanteile, die der Familie Geld einbrachten. Glücklicherweise konnten Elsie und Margareth einigermassen gewinnbringend verheiratet werden. Elsie heiratete einen Plantagenbesitzer in Virginia, und beide kamen währed des Bürgerkrieges um. Margareth heiratete einen Texaner, der später viel Geld mit Öl machen sollte. Allerdings nahm er es mit der ehelichen Treue nicht so Ernst, bis Margareth ihn, eine Geliebte und dann sich selbst erschoss. Margareth hinterliess einen Sohn, der mehr an Öl intersssiert war, denn an Kohle und jegliche Verlockungen, nach Pennsylvania zu ziehen ausschlug. George und Billy hätten die Öl millionen gebrauchen können.
Aus Verzweiflung begann George 1854, einen Schacht in den Logger's Mountain schlagen zu lassen, und sofort wurde Kohle gefunden - mehr Kohle als es je im Crow Mountain gab.
Frisches Geld sprudelte herein. Allerdings zeigten sich die Himbachel Lokomotiven als zu schwach, um die nun schwereren Kohlenzüge zu schleppen. Daher kaufte man für 10.000 Dollar eine Baldwin Six-Wheels. Diese Lokomotive hatte genügend Kraft, die Züge nach Pittsburgh zu schleppen.

Im Jahr darauf kam eine zweite Baldwin dazu. Die Himbachel Loks wurden nur noch für den Minenverkehr oder Holztransport zwischen Saw Pit Junction und Plateau Yard benutzt. Zwei wurden ausgemustert und als Ersatzteilträger verwandt. Immerhin waren die Maschinen schon fast 40 Jahre alt.
1858 kam es zu einem tragischen Unfall, bei dem Bethe und ihr Onkel George ums Leben kamen. Billy war alleiniger Herr über Himbächel Valley. Jose, sein texanischer Vetter schlug die Erbschaft ab. Er schwamm in Öl.
Billy heiratete die erst 16-jährige Maggie Swanson im Herbst 1860. Über ihre Herkunft ist nicht viel bekannt. Sie soll die Tochter eines von Billy's Arbeitern gewesen sein. Es wird gemunkelt, dass die Hochzeit mit Billy's kurz zuvor gebrochener Nase zu tun hatte. Jedenfalls gebar Maggie ihr erstes Kind zwei Tage nach Weihnacht 1860. Allerdings erlag der Säugling nach wenigen Tagen des Kindbettfiebers. Im Frühjahr 1862 wurde James geboren.
Dies war auch Billy's Todesjahr. Obwohl sich die Himbachels bisher aus jedem Krieg herausgehalten hatten und äusserst neutral mit jeweils beiden Seiten Handel trieben, wurde Billy von der Unionsregierung gebeten als Transportgutachter zu fungieren. Seine Aufgabe war es, Lokomotiven für die Regierung zu beschaffen. Natürlich dachte er sofort daran, seine alten Himbachels zu versilbern. Er wollte die Regierung von der Qualität seiner alten Loks überzeugen, indem er sie selbst nach Washington überführte. Auf dem Weg explodierte der Kessel von Nummer 3, auf deren Führerstand Billy sass.
Er hinterliess seinem Neugeborenen das gesamte Familienvermögen.