Er führte ein ruhiges Leben in seinem Tal. Der Grenzstreit zwischen Virginia und Pennsylvania ging ihn nichts an, da er mittlerweile sein Geld aus der Ohio River Company herausgezogen hatte.
Allerdings war es ihm wichtig, dass Frieden in der Region herrschte. Er hatte nämlich sehr früh erkannt, dass nach Ende des Siebenjährigen Krieges der Drang nach Westen nicht mehr aufzuhalten war. Pittsburgh baute Boote für Siedler, die über den Ohio River nach Westen gelangen wollten. Und für Boote braucht man Holz.
Wo heute das Viadukt das Tal überspannt, stand 1768 die erste mechanische Sägemühle, an Stelle des modernen Farmhauses. Joseph erkannte zurecht, dass er mehr Profit machen konnte, wenn er sein Holz fertig zugeschnitten verkaufen könne.
Das Holz musste damals noch mühsam per Ochsengespanne aus den Wäldern geschleppt werden. Fertige Bretter wurden per Pferdefuhrwerk bis zum Ohio transportiert, wo sie dann von Booten übernommen wurden. Himbachel Creek war für Transportzwecke nicht geeignet. Der Bach hatte sogar manchmal noch nicht einmal genügend Wasser für die Sägemühle. Erst William konnte später Staustufen bauen.
Doch neben der Holzwirtschaft betrieb Joseph noch Ackerbau. Die Gegend war fruchtbar, und wo immer Bäume gerodet wurden, wurde das Land in Ackerfläche umgewandelt. Auch hier konnte Joseph seine Profite maximieren, da er nicht nur Saatgut und Futtergetreide, sondern auch Mehl verkaufte.
An der amerikanischen Revolution verdiente er, indem er an beide Seiten lieferte, genug, um William 1781 nach England zum Studium zu schicken.
Dies sollte Himbachel Valley für immer verändern. William sollte eigentlich Kaufmann werden, doch sah er in einem Bergwerke ein Dampfmaschine. Sofort warf er sein kaufmännisches Studium über den Haufen. Er zog von London nach Berlin, wo er in der Preussischen Akademie der Wissenschaften unterkam und mithalf, die erste Dampfmaschine auf deutschem Boden zu bauen, die 1785 öffentlich vorgestellt wurde.
Als William 1788 nach Himbachel Valley zurückkehrte, brachte er nicht nur Pläne für seine eigene Dampfmaschine mit, sondern auch seine junge Braut, Cecilie von Falkenrath, die Tochter eines Preussischen Offiziers, mit der er drei Kinder haben sollte.
Inzwischen hatte Joseph Kohle entdeckt. Der Flötz befand sich direkt unterhalb der Mühle im Crow Mountain. Der Stollen existiert noch heute, dient aber der Bahn als Tunnel. auch hier hatte Jospeph wieder ein goldenes Händchen: Er produzierte sein eigenes Grubenholz, er züchtete seine eigenen Grubenponies, und schlussendlich grub er sich durch Crow Mountain, was den Transportweg nach Pittsburgh verkürzte.
Von Williams Spinnereien mit Dampfmaschinen war Joseph nicht begeistert. Besonders da William versuchte, die Sägerei auf Dampf umzustellen und dabei beschämt feststellen musste, dass selbst der eher pathetische Himbachel Creek mehr Energie lieferte als die Dampfmaschine. Allerdings war die Maschine für die Entwässerung der Stollen im Crow Mountain unentbehrlich. William experimentierte sogar mit einem primitiven Dampfbagger. Doch waren diese Versuche nicht von Erfolg gekrönt, wegen des niedrigen Wirkungsgrades der Maschine.

1790 wurde Maximiliane geboren. Sie sollte später den Kubanischen Zuckermangnaten Juan de Baccardi heiraten. Der Zweig der Familie starb allerdings 1898 während der amerikanischen Befreiung Kubas aus.
Ein Jahr später sah Max das Licht der Welt. Gefolgt von George 1793. Diese beiden sollten später einen grossen Einfluss auf die weitere Entwicklung des Tales haben.
1794 verstarb Joseph an den Folgen eines Schlaganfalles.
Als 31-jähriger übernahm nun William die Geschäfte seines Vaters. als Ingenieur kam es ihm vor allem darauf an Dinge zu optimieren. Produktion, Transport, Verkauf. Die Dampfmaschine sah er da zurecht als die Lösung der meisten Probleme. Er verbesserte seine Maschinen fast täglich.
1796 konnte er das Sägewerk auf Dampf umstellen. Im gleichen Jahr stattete er versuchsweise zwei Boote mit Dampfmaschinen aus. 1799 liess er Baumstämme mit Hilfe von stationären (donkeys) Dampfmaschinen aus dem Wald ziehen. 1801 hatte er seine erste Manufaktur in Himbachel Creek. Er vorsah eine Zukunft ohne Pferde.
Das Kohlebergwerk florierte, aber in ganz Pennsylvania konnte man nirgends hinspucken, ohne auf Kohle zu treffen. Neue Bergwerke entstanden überall. Diese Bergwerke hatten eine immensen Appetit auf Grubenholz (von Himbachel), Bergleute mussten gefüttert werden (von Himbachel), man brauchet Pferde und Ochsen (von Himbachel), und es gab sogar einige progressive Bergwerkseigner, die Himbachel Dampfmaschinen wollten.
William baute sein Geschäftsgebiet immer weiter aus. Während sein Vater zufrieden war mit dem Grossraum Pittsburgh, machte William Geschäfte mit Ohio, Illinois, Virginia, bis hinunter nach Kentucky und Tennessee. Wo immer Kohle abgebaut wurde, hatte Himbachel & Sons ein Produkt zu bieten.
Was William störte, war, dass transporte noch stets langwierig und teuer waren. Pferde und Ochsen zu langsam, und der Unterhalt frass in die Profite. Er suchte verzweifelt nach Einsatzmöglichkeiten für seine Dampfmaschine.
1810 gingen Max und George nach England. Cecilie hätte sie gerne nach Preussen geschickt zum Studium, doch William fand, dass England technisch fortgeschrittener sei.
1812 erhielt er einen Brief von seinen begeisterten Söhnen. sie waren Zeugen bei der Vorführung der Middleton Schmalspurbahn. Das faszinierende an dieser Bahn war, dass die Wagen nicht von Pferden gezogen wurden, sondern von einer dampfgetriebenen Lokomotive, die mittels eines Zahnrades, das auf eine Zahnstange wirkte, betrieben wurde.
William war fasziniert, dachte aber dass eine Zahnradbahn wohl eher nicht die Zukunft war. Und richtig: ein Jahr später berichteten Max und George von Puffing Billy.
William konnte es nicht glauben. Sofort setzte er sich daran, seine eigene Lokomotive zu entwerfen. Es sollte allerdings einige Jahre dauern, bis er soweit war - trotz der Mithilfe seiner Söhne, die zwischenzeitlich zurückgekehrt waren. Als er 1820 seine erste Lokomotive einsatzbereit hatte, war Eisenbahn in den USA kein Novum mehr.
Das störte die Himbachels aber nicht. Sie machten sich daran, ihre eigene Bahnlinie zu bauen.
Fortsetzung folgt.....
Das störte die Himbachels aber nicht. Sie machten sich daran, ihre eigene Bahnlinie zu bauen.
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