Samstag, 22. September 2007

1820-1862

Die erste Bahnlinie sollte allerdings nicht all zu lang sein. Etwa 500 Meter waren alle, was man sich erlauben konnte. Die Linie hatte ihren Anfang im Stollen, wo Kohle aufgeladen wurde, die dann nach zum Himbachel Creek transportiert wurde. Dort war eine Verladung auf Ochsenkarren, die dann den Bach entlang zum Ohio River gingen. Dort wurde die Kohle dann wiederum auf Schiffe verladen.
Das war natürlich äusserst umständlich, doch die Idee, die Bahnlinie entlang dem Bach zu führen, scheiterte am schwierigen Terrain. Für die drei Himbachels war es wichtig, überhaupt eine Bahn zu haben.
1822 wurde eine dampfbetriebene Entlüftung in den Schacht gebaut. Somit konnte man auch die Bahnlinie weiter vorantreiben, und zudem Förderbänder in die Seitenstollen installieren. Diese Bänder luden die Kohle direkt in die Waggons. Das machte einen Teil der Belegschaft und vor allem die Grubenponies überflüssig. Die Kosten sanken, Profite stiegen.
1825 war es endlich soweit: Crow Mountain war durchstossen. Man hatte endlich einen Tunnel aus dem Tal hinaus. Damit war es möglich die Bahnlinie direkt bis an den Ohio River zu legen. Pittsburgh lechzte nach Kohle, und die Himbachels waren die schnellsten zu liefern.
Aber nicht nur Kohle, nein auch Mehl, Getreide, Vieh und vor allem Holz konnte nun einfacher transportiert werden. Die Verladestation lag hinter dem Bach, der, damals wie heute, von einer Bohlenbrücke überspannt wurde. An dieser Stelle steht heute das alte PRR Wartehäuschen. Die Brücke war eigentlich nicht notwendig gewesen und wurde eigentlich nur aus Stolz auf's Ingenieurstum heraus gebaut.
Im gleichen Jahr hatte Max Louise McCormick, die Tochter eines Pittsburgher Stahlbarons, geheiratet. Dieser Ehe entsprangen 3 Töchter (Elsie, 1827; Margareth, 1828; Bethe, 1831), sowie William II 1834. Louise verstarb kurz nach Williams Geburt.
George blieb zeitlebens Junggeselle, aber wohl nicht kinderlos, wenn man Gerüchten vertrauen durfte.
Da um 1835 herum Logging Mountain und Crow Mountain abgeholzt waren, baute man eine dampfgetriebene Sägemühle mit Bahnanschluss auf die andere Seite des Tunnels. Damit war man um einiges näher an den Holzfällercamps. Auf dem Fundament der Mühle steht auch die heutige. Nur die Bahnanlagen wurden irgendwann erneuert.
Zwei Jahre später baute man eine Linei, die sich den Flanken des Crow Mountains entland nach oben zog. Sie diente zu Beginn hauptsächlich dem Holztransport und der Versorgung der Holzfäller, doch bauten Max und George auf dem Hochplateau kleinere Manufakturen auf, für die eine Bahnverbindung von äusserstem Vorteil war. Auf dem Plateau war Platz, den man in den Tälern nicht hatte.
Zwischenzeitlich wurde auch der Weg zum Ohio durch das Tal verbessert. Die Strasse existiert heute noch, wenn auch besser ausgebaut und teilweise asphaltiert.
1840 verstarb William Senior im fast biblischen Alter von 77 Jahren. Er hinterliess seinen Söhnen nicht nur das Land seines Vaters, sondern auch Geschäftsanteile in fast jeder grösseren Stahlmühle der USA. Max und Geaorge waren unermesslich reich.
Und diesen Reichtum steckten sie in ihre Eisenbahn. 1841 begannen sie, entlang dem Ohio River Richtung Pittsburgh Land aufzukaufen. Sie waren der Meinung, dass die Bahn Güter schneller und sicherer transportieren konnte als die Boote und Schiffe, die bisher verwendet wurden.
1843 wurde mit dem Bau beginnen, 1846 war Pittsburgh erreicht, und die Himbächel Valley Rail Road (HVRR) offiziell gechartert. Immense Erdbewegungen kosteten Unsummen. Max und George hatten sich gewaltig verkalkuliert, und der Bau kostete etwa doppelt so viel wie geplant. Erschwerend kam hinzu, dass die Brüder hofften, ihre eigenen Lokomotiven auch an andere Bahnverwaltungen verkaufen zu können. Doch waren Importe aus England billiger und zuverlässiger als die Himbachel. So blieb es bei den fünf Maschinen, die für die eigene Linie gebaut worden waren. Die Lokomotivfabrik wurde geschlossen. Es blieben nur einige wenige Arbeiter zurück, die die Lokomotiven auf Plateau Yard warteten und gegebenenfalls Ersatzteile anfertigten.
Plateau Yard war schon 1839 entstanden. Da in den Bergen mehr Platz war als im Tal, wurden alle Himbachel Betriebe nach und nach nach oben verlegt. Auch das verschlang jede Menge Geld.
Max verstarb 1850. George war nun alleiniger Teilhaber des Konzerns, bis Billy (wie William II genannt wurde) volljährig war. Allerdings war zu der Zeit bereits etwas Ebbe in der Kasse. Die hohen Kosten für den Bahnbau und die Fabrikneubauten hatten die Brüder gezwungen, einige ihrer Stahlanteile zu verkaufen. Die Hoffnung, dass andere Unternehmer entlang der Bahnlinie Betriebe ansiedelten, die dann die HVRR zum Transport ihrer Waren heranzögen, erfüllte sich nicht. Die Industrie konzentrierte sich auf Pittsburgh, Chicago und Columbus. Himbachel Valley versank in Unbedeutsamkeit.
Zu allem Elend waren dann 1852 die Kohlenvorräte im Crow Mountain versiegt. Damit blieben nur die Holzwirtschaft, Ackerbau und Viehzucht und ein paar Stahlanteile, die der Familie Geld einbrachten. Glücklicherweise konnten Elsie und Margareth einigermassen gewinnbringend verheiratet werden. Elsie heiratete einen Plantagenbesitzer in Virginia, und beide kamen währed des Bürgerkrieges um. Margareth heiratete einen Texaner, der später viel Geld mit Öl machen sollte. Allerdings nahm er es mit der ehelichen Treue nicht so Ernst, bis Margareth ihn, eine Geliebte und dann sich selbst erschoss. Margareth hinterliess einen Sohn, der mehr an Öl intersssiert war, denn an Kohle und jegliche Verlockungen, nach Pennsylvania zu ziehen ausschlug. George und Billy hätten die Öl millionen gebrauchen können.
Aus Verzweiflung begann George 1854, einen Schacht in den Logger's Mountain schlagen zu lassen, und sofort wurde Kohle gefunden - mehr Kohle als es je im Crow Mountain gab.
Frisches Geld sprudelte herein. Allerdings zeigten sich die Himbachel Lokomotiven als zu schwach, um die nun schwereren Kohlenzüge zu schleppen. Daher kaufte man für 10.000 Dollar eine Baldwin Six-Wheels. Diese Lokomotive hatte genügend Kraft, die Züge nach Pittsburgh zu schleppen.Im Jahr darauf kam eine zweite Baldwin dazu. Die Himbachel Loks wurden nur noch für den Minenverkehr oder Holztransport zwischen Saw Pit Junction und Plateau Yard benutzt. Zwei wurden ausgemustert und als Ersatzteilträger verwandt. Immerhin waren die Maschinen schon fast 40 Jahre alt.

1858 kam es zu einem tragischen Unfall, bei dem Bethe und ihr Onkel George ums Leben kamen. Billy war alleiniger Herr über Himbächel Valley. Jose, sein texanischer Vetter schlug die Erbschaft ab. Er schwamm in Öl.

Billy heiratete die erst 16-jährige Maggie Swanson im Herbst 1860. Über ihre Herkunft ist nicht viel bekannt. Sie soll die Tochter eines von Billy's Arbeitern gewesen sein. Es wird gemunkelt, dass die Hochzeit mit Billy's kurz zuvor gebrochener Nase zu tun hatte. Jedenfalls gebar Maggie ihr erstes Kind zwei Tage nach Weihnacht 1860. Allerdings erlag der Säugling nach wenigen Tagen des Kindbettfiebers. Im Frühjahr 1862 wurde James geboren.
Dies war auch Billy's Todesjahr. Obwohl sich die Himbachels bisher aus jedem Krieg herausgehalten hatten und äusserst neutral mit jeweils beiden Seiten Handel trieben, wurde Billy von der Unionsregierung gebeten als Transportgutachter zu fungieren. Seine Aufgabe war es, Lokomotiven für die Regierung zu beschaffen. Natürlich dachte er sofort daran, seine alten Himbachels zu versilbern. Er wollte die Regierung von der Qualität seiner alten Loks überzeugen, indem er sie selbst nach Washington überführte. Auf dem Weg explodierte der Kessel von Nummer 3, auf deren Führerstand Billy sass.
Er hinterliess seinem Neugeborenen das gesamte Familienvermögen.

Freitag, 21. September 2007

Himbachel Valley 1765- 1820

Wie Joseph zu dem Land kam, und wo die Besitzurkunde herkam, wurde nie öffentlich erörtert. Manche sagen, er hätte das land von der Ohio River Company gekauft, andere sagen, er habe das Land, in alter Familientradition, durch Betrug erworben. wie es auch sei, Joseph besass etwa 2000 Quadratkilometer urbaren Landes im Grenzgebiet zwischen Ohio und Pennsylvania.
Er führte ein ruhiges Leben in seinem Tal. Der Grenzstreit zwischen Virginia und Pennsylvania ging ihn nichts an, da er mittlerweile sein Geld aus der Ohio River Company herausgezogen hatte.
Allerdings war es ihm wichtig, dass Frieden in der Region herrschte. Er hatte nämlich sehr früh erkannt, dass nach Ende des Siebenjährigen Krieges der Drang nach Westen nicht mehr aufzuhalten war. Pittsburgh baute Boote für Siedler, die über den Ohio River nach Westen gelangen wollten. Und für Boote braucht man Holz.
Wo heute das Viadukt das Tal überspannt, stand 1768 die erste mechanische Sägemühle, an Stelle des modernen Farmhauses. Joseph erkannte zurecht, dass er mehr Profit machen konnte, wenn er sein Holz fertig zugeschnitten verkaufen könne.
Das Holz musste damals noch mühsam per Ochsengespanne aus den Wäldern geschleppt werden. Fertige Bretter wurden per Pferdefuhrwerk bis zum Ohio transportiert, wo sie dann von Booten übernommen wurden. Himbachel Creek war für Transportzwecke nicht geeignet. Der Bach hatte sogar manchmal noch nicht einmal genügend Wasser für die Sägemühle. Erst William konnte später Staustufen bauen.
Doch neben der Holzwirtschaft betrieb Joseph noch Ackerbau. Die Gegend war fruchtbar, und wo immer Bäume gerodet wurden, wurde das Land in Ackerfläche umgewandelt. Auch hier konnte Joseph seine Profite maximieren, da er nicht nur Saatgut und Futtergetreide, sondern auch Mehl verkaufte.
An der amerikanischen Revolution verdiente er, indem er an beide Seiten lieferte, genug, um William 1781 nach England zum Studium zu schicken.
Dies sollte Himbachel Valley für immer verändern. William sollte eigentlich Kaufmann werden, doch sah er in einem Bergwerke ein Dampfmaschine. Sofort warf er sein kaufmännisches Studium über den Haufen. Er zog von London nach Berlin, wo er in der Preussischen Akademie der Wissenschaften unterkam und mithalf, die erste Dampfmaschine auf deutschem Boden zu bauen, die 1785 öffentlich vorgestellt wurde.
Als William 1788 nach Himbachel Valley zurückkehrte, brachte er nicht nur Pläne für seine eigene Dampfmaschine mit, sondern auch seine junge Braut, Cecilie von Falkenrath, die Tochter eines Preussischen Offiziers, mit der er drei Kinder haben sollte.
Inzwischen hatte Joseph Kohle entdeckt. Der Flötz befand sich direkt unterhalb der Mühle im Crow Mountain. Der Stollen existiert noch heute, dient aber der Bahn als Tunnel. auch hier hatte Jospeph wieder ein goldenes Händchen: Er produzierte sein eigenes Grubenholz, er züchtete seine eigenen Grubenponies, und schlussendlich grub er sich durch Crow Mountain, was den Transportweg nach Pittsburgh verkürzte.
Von Williams Spinnereien mit Dampfmaschinen war Joseph nicht begeistert. Besonders da William versuchte, die Sägerei auf Dampf umzustellen und dabei beschämt feststellen musste, dass selbst der eher pathetische Himbachel Creek mehr Energie lieferte als die Dampfmaschine. Allerdings war die Maschine für die Entwässerung der Stollen im Crow Mountain unentbehrlich. William experimentierte sogar mit einem primitiven Dampfbagger. Doch waren diese Versuche nicht von Erfolg gekrönt, wegen des niedrigen Wirkungsgrades der Maschine.
1790 wurde Maximiliane geboren. Sie sollte später den Kubanischen Zuckermangnaten Juan de Baccardi heiraten. Der Zweig der Familie starb allerdings 1898 während der amerikanischen Befreiung Kubas aus.
Ein Jahr später sah Max das Licht der Welt. Gefolgt von George 1793. Diese beiden sollten später einen grossen Einfluss auf die weitere Entwicklung des Tales haben.
1794 verstarb Joseph an den Folgen eines Schlaganfalles.
Als 31-jähriger übernahm nun William die Geschäfte seines Vaters. als Ingenieur kam es ihm vor allem darauf an Dinge zu optimieren. Produktion, Transport, Verkauf. Die Dampfmaschine sah er da zurecht als die Lösung der meisten Probleme. Er verbesserte seine Maschinen fast täglich.
1796 konnte er das Sägewerk auf Dampf umstellen. Im gleichen Jahr stattete er versuchsweise zwei Boote mit Dampfmaschinen aus. 1799 liess er Baumstämme mit Hilfe von stationären (donkeys) Dampfmaschinen aus dem Wald ziehen. 1801 hatte er seine erste Manufaktur in Himbachel Creek. Er vorsah eine Zukunft ohne Pferde.
Das Kohlebergwerk florierte, aber in ganz Pennsylvania konnte man nirgends hinspucken, ohne auf Kohle zu treffen. Neue Bergwerke entstanden überall. Diese Bergwerke hatten eine immensen Appetit auf Grubenholz (von Himbachel), Bergleute mussten gefüttert werden (von Himbachel), man brauchet Pferde und Ochsen (von Himbachel), und es gab sogar einige progressive Bergwerkseigner, die Himbachel Dampfmaschinen wollten.
William baute sein Geschäftsgebiet immer weiter aus. Während sein Vater zufrieden war mit dem Grossraum Pittsburgh, machte William Geschäfte mit Ohio, Illinois, Virginia, bis hinunter nach Kentucky und Tennessee. Wo immer Kohle abgebaut wurde, hatte Himbachel & Sons ein Produkt zu bieten.
Was William störte, war, dass transporte noch stets langwierig und teuer waren. Pferde und Ochsen zu langsam, und der Unterhalt frass in die Profite. Er suchte verzweifelt nach Einsatzmöglichkeiten für seine Dampfmaschine.
1810 gingen Max und George nach England. Cecilie hätte sie gerne nach Preussen geschickt zum Studium, doch William fand, dass England technisch fortgeschrittener sei.
1812 erhielt er einen Brief von seinen begeisterten Söhnen. sie waren Zeugen bei der Vorführung der Middleton Schmalspurbahn. Das faszinierende an dieser Bahn war, dass die Wagen nicht von Pferden gezogen wurden, sondern von einer dampfgetriebenen Lokomotive, die mittels eines Zahnrades, das auf eine Zahnstange wirkte, betrieben wurde.
William war fasziniert, dachte aber dass eine Zahnradbahn wohl eher nicht die Zukunft war. Und richtig: ein Jahr später berichteten Max und George von Puffing Billy.
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William konnte es nicht glauben. Sofort setzte er sich daran, seine eigene Lokomotive zu entwerfen. Es sollte allerdings einige Jahre dauern, bis er soweit war - trotz der Mithilfe seiner Söhne, die zwischenzeitlich zurückgekehrt waren. Als er 1820 seine erste Lokomotive einsatzbereit hatte, war Eisenbahn in den USA kein Novum mehr.
Das störte die Himbachels aber nicht. Sie machten sich daran, ihre eigene Bahnlinie zu bauen.

Fortsetzung folgt.....

Die Geschichte von Himbachel Valley, PA

Unsere Geschichte beginnt im späten 17. Jahrhundert des Odenwaldes. Irgendwo tief in diesen Wäldern, zwischen Höllgrund, Reisenbach und Mülben, lag einst ein Dorf. Den Namen des Dorfes habe ich längst vergessen, doch sah ich einst auf Wanderungen die Ruinen. Der Odenwald war eigentlich schon immer eine eher arme Gegend. Das betraf insbesondere die Bewohner dieses Dorfes. Um ihr Auskommen zu finden griffen sie zu Methoden, die die heutige Regierung anwendet: Strassenraub und Halsabschneiderei.
Für die Bewohner der umliegenden Dörfer war solche Nachbarschaft naturlich nicht angenehm, so griff man im Jahre 1702 zu Sensen, Heugabeln und Fackeln und brannte das Dorf nieder. Die Strassenräuber und Halsabschneider flohen in alle Richtungen.
Einer der flüchtenden was Johann Himbächel. Es ist nicht bekannt, ob er zu den Strassenräubern oder den Halsabschneidern gehörte. Jedenfalls war er als nächstes in der Pfalz gesehen, wo er sich als Söldner im Spanischen Erbfolge Krieg auf wechselnden Seiten verdingte. Der Krieg ging nicht gut für ihn, so war er gezwungen, mit tausenden anderer Pfälzer nach Rotterdam zu flüchten. Auf dieser Flucht lernte er Anna Holzer kennen und heiratete sie in Rotterdam. 1710 segelte er über London nach Amerika. Königin Anne hatte 7000 Pfälzer Fluchtlingen Assyl in Amerika oder Irland gewährt.
Johann und Anna kamen nach New York. Um die Reisekosten aufzubringen, hatte Johann sich versklavt. Er teerte Kriegsschiffe der Britischen Marine. Hier in New York wurde 1711 auch sein erster Sohn, Wilhelm, geboren. 1712 kamm Johann bei einem Werftunfall ums Leben. Anna und Wilhelm blieben in New York unter erbärmlichsten Verhältnissen, bis sie von einem entfernten Verwandten in Tulpehocken aufgenommen wurden.
Doch starben diese Verwandten auch bald, und der junge Wilhelm trat gezwungenermassen in die beruflichen Fussstapfen seines Vaters: Er verdingte sich als Strassenräuber und Halsabschneider. Insbesondere als auch Anna 1725 ihrem Schöpfer gegenüber zu treten hatte.
Um einer Verhaftung zu entgehen floh Wilhelm von Tulpehocken nach Germantown. Dort heiratete er Bettsy Smith. Sie gebar ihm 1730 einen Sohn, Joseph. Joseph sollte bis 1742 noch 4 Schwestern und einen Bruder bekommen. Wilhelm hatte derweil seine diebischen Künste eine andere Richtung gelenkt: Er hatte 1738 ein kleines Handelskantor eröffnet. Als Joseph 16 Jahre alt war, schickte sein Vater ihn an den Ohio River, um mit den französischen Fallenstellern Geschäfte zu betreiben.
Joseph kam gerade rechtzeitig, um 1747 den ersten Krieg zwischen England und Frankreich um den Ohio zwischen England und Frankreich mitzuerleben. Der Krieg endete damit, dass England Zugang zu Mississippi und Ohio River hatte. Im selben Jahr wurde die Ohio River Company gegründet, und Joseph investierte sein Geld in diese Handels- und Immobiliengesellschaft.
Im gleichen Jahr wurden sein Vater und sein Bruder wegen Diebstahl und Betruges verhaftet und hingerichtet. Seine Mutter konnte die Schmach nicht ertragen und erhängte sich. Über die Schwestern ward nichts mehr vernommen.
Da gleichzeitig auch das Familienkapital konfisziert worden war, war Josephs
Investition in die Ohio Co. natürlich ein Glücksgriff. Miut 20 Jahren hatte er schon grosse Profite eingesammelt. Allerdings kam es 1754 zu einem weiteren Krieg zwischen Frankreich und England. Joseph sah sich gezwungen, sich in der Nähe von Fort Pitt nieder zu lassen.
In der Nachbarschaft dieses Forts entwickelte sich Pittsborough, wie es ab 1759 offiziell hiess.
Trotz, oder vielleicht besser wegen, des Krieges liefen Geschäfte für Joseph hervorragend. 1762 ehelichte er die Tochter eines Geschäftsfreundes, Emily White, die ihm 1763 William gebar.
Allerdings war dieses Glück nur von kurzer Dauer. 1763 griffen die Indianer unter Pontiac Pittsburg an und schlachteteten die Hälfte der Bürger ab. Eines der Opfer war Emily Himbachel. Joseph konnte glücklicherweise mit William ins Fort, das nach der Schlachterei in Pittsburgh von den Indianern belagert wurde, flüchten. Er hatte so ziemlich alle Besitztümer verloren, doch kam er mit dem Leben davon.
Ziel der Indianer war es gewesen, den Weissen Mann zurück zurück über die Appalachen nach Osten zu verdrängen. Sie waren dabei sogar recht erfolgreich. Nur drei Grenzforts hielten den Angriffen statt. Doch am Ende musste Pontiac im nach drei Monaten im August die Belagerung aufgeben und sich selbst zurückziehen.

Nach dem Ende der Feindseligkeiten zog Joseph mit seinem Sohn und einer Amme den Ohio River entlang, bis er ein Tal fand, das ihm eine neue Zukunft bot - Himbachel Valley.

Fortsetzung folgt....

Change of Mind

Module sind interessant, wenn man in einer Gruppe arbeitet. Ist man alleine, ist das schon eine Riesen Schufterei zig Module aufzubauen und auszurichten. Zwei Stunden Aufbau für eine Stunde Spielspass war mir den Aufwand nicht wert. Draussen stehen lassen konnte ich es dann auch nicht wegen der Feuchtigkeit und der Katzen. Ausserdem herrscht in der Nachbarschaft in letzter Zeit ein etwas seltsames Verständnis für den Begriff "Privateigentum".
Zudem wollte die Gemahlin die Anlage im Wohnzimmer haben.
Also dat Janze wieder umgeschmissen. Es soll jetzt eine fest aufgebaute Anlage sein, die aus fünf Segmenten besteht. Die Brücke ist nach wie vor Mittelpunkt der Anlage. Aussenherum sitzen dann 4 Segmente in 2 Etagen. Vor die Brücke wurde ein 20cm breiter Streifen gesetzt, der die beiden Portale des Krähbergs darstellen soll. Das Ganze wurde nur umgedreht, Es sind jetzt zwei Tunnel.Zur gleichen Zeit blätterte ich im Walthers Katalog herum, um Material herauszusuchen. Und je mehr ich in diesem Katalog - Walthers nennt es nicht zu Unrecht das N-Spur Referenzbuch - herumblätterte, desto mehr verguckte ich mich in amerikanische Häusermodelle aus LASER-geschnittenem Holz. Der Zuckerfachwerk Stil von Faller und Co. ging mir immer mehr auf den Senkel. Ich verguckte mich mehr und mehr in US Diesel. 40" Boxcars waren auf einmal gar nicht mehr so hässlich. Und die Preise: Hervorragend laufende Lokomotiven mit guter Detailierung zu Wagenpreisen!
Der geneigt Leser kann sich denken, was folgt - das Himbächel Viadukt bei Hetzbach im Odenwald wurde kurzerhand nach Himbachel Valley, PA in den Appalachen verlegt.

Die Hintergrundgeschichte dazu folgt ....

Donnerstag, 6. September 2007

Peco C55

Im März 2007 also dann bei Walthers Peco C55 Flexgleise bestellt und verlegt.

Ich arbeite bei langen Strecken lieber mit Flexgleisen. Wenn man es gewöhnt ist, geht es ruckzuck. Allerdings fand ich die Fleischmann Piccolo Flexgleise seinerzeit einfacher zu verarbeiten als die Pecos. Die Pecos sind doch etwas steif (das ist allerdings beim Verlegen ein Riesenvorteil).
Beim Zusammenstecken der Gleise muss man ein oder zwei Schwellen entfernen, um die Gleisverbinder aufstecken zu können, Allerdings enstehen dabei "Löcher" im Gleis. Da die Peco Schienen tief im Gleisbett vergossen, lassen sich die herausgeschnittenen Schwellen nicht mehr verwenden. Dazu bietet Peco Verbindungsschwellen - SL-308F (Holz) oder SL-309F (Beton). Diese Schwellen scheinen aber schwer beschaffbar zu sein.

Fertig eingeschottert (Woodland Fine Gray Blend) sieht Peco gar nicht übel aus. Fehlt nur noch der Rost. Wie das Schottern geht, habe ich auf meiner Photosite anhand eines Dioramabaus gezeigt (Sorry, Text ist leider in Englisch).

Atlas? - Nein Danke!

Die Wahl, Atlas Code 55 einzubauen, erwies sich auch als nicht gerade Eigelb zu sein. Obwohl das Gleis billig ist, hatte es doch den einen oder anderen Nachteil:
  • Die Weichen haben keine leitenden Herzstücke. Ich hatte eine Nebenbahn geplant, auf der Loks mit sehr kurzen Radständen und mit sehr niedrigen Geschwindigkeiten eingesetzt werden, Dies Vorgaben passen nicht zu Plastikherzen. Loks bleiben mitten auf der Weiche stehen.
  • Meine Fleischmann Lok #7000 ist sehr breit. Die Zylinder blieben an den Antrieben der Weichen hängen,
  • Das Zeug rostet wie verrückt! Zwar ist eine Alterung der Schienen sowieso angeagt - nun, vielleicht - aber ich mache das lieber selber.
  • Ich habe Peco kennengelernt!
Also, das Atlaszeug wieder rausgeschmissen und Peco gekauft.

Allerdings muss ich jetzt sagen, dass das Atlas C80 nicht schlecht ist. Es kostet nur ein Drittel des deutschen Materials, ist stabil und sieht gut aus. Mit Drehgestellloks gibt es auch kein Problem mit den Plastikherzstücken. Die Custom Line Weichen sind IMHO wunderschön.
Ich kann Atlas eigentlich nur empfehlen.

Land(schaft) in Sicht


Die Brücke war dann also gebaut. Nun konnte die Landschaft gestaltet werden. Aus 18mm Sperrholz wurden die Seitenwände geschnitten. Die Strasse liegt auf 6mm Sperrholz.
Überzogen wurde die Landschaft dann mit Fliegengitter. Es gibt zwar von Faller, Noch und Konsorten eine Ausführung, die angeblich speziell für Moba gedacht ist, aber der einzige Unterschied, den ich zu meinem 08/15 Baumarkmaterial sehen konnte, ist der Preis (ratet mal, welches billiger ist!). Schneiden kann man das Zeug mit einer stabilen Schere. Für zarte Finger sind Handschuhe anzuraten.
Das Gitter wird mit der Schere grob zurecht genschnitten. Daraufhin wird das Gitter aufgelegt und festgetackert (6mm). An die Brückenpfeiler wurde es mit Heisskleber befestigt. Achtung: Kann Sauerei geben! - ich bin kein grosser Freund der Heissklebepistole.
Obendrüber kamen simple Mullbinden, die in Gips getaucht waren. Auch in diesem Fall hat die Moba Industrie natürlich Equivalente, allerdings zu Apotheken Preisen ... und über Apotheke gesprochen: Man kann auch Gipsbinden in der Apotheke erwerben (günstig sogar). Man muss sich nur auf dumme Fragen seitens des Apothekers gefasst machen.
Später wurde das Ganze dann mit brauner Acrylfarbe angepinselt.
Geplant ist hier ein schöner Mischwald. Über die Bäume habe uich mich noch nicht entschieden.
Das Brettchen da am Pfeiler sollte eine Stützmauer darstellen. Sie ist aus mit Gips überzogener Photopappe gemacht. Später sollten anhand eines Messingstempels die Steine herausgearbeitet werden. Doch behagte mir die Methode dann doch nicht so ganz - genial wie sie auch ist.

Samstag, 1. September 2007

Ja, wo samma denn da?

Da werfe ich nun schon seit Wochen mit den Namen von Metropolen um mich rum, und der geneigte Leser kratzt sich am Kopf fragend, wo Weltstädte wie Kailbach, Schöllenbach oder Hetzbach denn zu finden seien.

Die Odenwaldbahn startet im schnöden Eberbach im Neckartal (etwa 35 km flussaufwärts von Heidelberg) und folgt der badischen L2311 entlang der Demarkatationslinie zwischen Baden Würtemberg und Hessen., um in Hesseneck-Kailbach endgültig in Hessen zu verbleiben. Dort heisst die Landstasse nun L3108.
Nordwestlich von Schöllenbach verschwindet Die Bahn dann im Krähbergtunnel (3,2km schnurgerade). Der Krähberg selbst ist ein alte Bergrennstrecke, und des Sommers von Moppedfahrern frequentiert.
Auf der Westseite des Tunnels stösst die Odenwaldbahn bei Hetzbach auf die B45. Dahinter kommt das Himbächelviadukt auf dem Weg nach Erbach und Michelstadt.
Wie schon zuvor erwähnt, habe ich mir die Freiheit genommen, das Viadukt zwischen Tunnel und Hetzbach anzusiedeln.

Wer sich das Ganze lieber auf der Karte anschauen will, der klicke hier.
Mittlerweile ist die Odenwald ein heftiges Politikum. Eine sehr gute Seite mit vielen Bildern und Information gibt es hier.