Freitag, 21. September 2007

Die Geschichte von Himbachel Valley, PA

Unsere Geschichte beginnt im späten 17. Jahrhundert des Odenwaldes. Irgendwo tief in diesen Wäldern, zwischen Höllgrund, Reisenbach und Mülben, lag einst ein Dorf. Den Namen des Dorfes habe ich längst vergessen, doch sah ich einst auf Wanderungen die Ruinen. Der Odenwald war eigentlich schon immer eine eher arme Gegend. Das betraf insbesondere die Bewohner dieses Dorfes. Um ihr Auskommen zu finden griffen sie zu Methoden, die die heutige Regierung anwendet: Strassenraub und Halsabschneiderei.
Für die Bewohner der umliegenden Dörfer war solche Nachbarschaft naturlich nicht angenehm, so griff man im Jahre 1702 zu Sensen, Heugabeln und Fackeln und brannte das Dorf nieder. Die Strassenräuber und Halsabschneider flohen in alle Richtungen.
Einer der flüchtenden was Johann Himbächel. Es ist nicht bekannt, ob er zu den Strassenräubern oder den Halsabschneidern gehörte. Jedenfalls war er als nächstes in der Pfalz gesehen, wo er sich als Söldner im Spanischen Erbfolge Krieg auf wechselnden Seiten verdingte. Der Krieg ging nicht gut für ihn, so war er gezwungen, mit tausenden anderer Pfälzer nach Rotterdam zu flüchten. Auf dieser Flucht lernte er Anna Holzer kennen und heiratete sie in Rotterdam. 1710 segelte er über London nach Amerika. Königin Anne hatte 7000 Pfälzer Fluchtlingen Assyl in Amerika oder Irland gewährt.
Johann und Anna kamen nach New York. Um die Reisekosten aufzubringen, hatte Johann sich versklavt. Er teerte Kriegsschiffe der Britischen Marine. Hier in New York wurde 1711 auch sein erster Sohn, Wilhelm, geboren. 1712 kamm Johann bei einem Werftunfall ums Leben. Anna und Wilhelm blieben in New York unter erbärmlichsten Verhältnissen, bis sie von einem entfernten Verwandten in Tulpehocken aufgenommen wurden.
Doch starben diese Verwandten auch bald, und der junge Wilhelm trat gezwungenermassen in die beruflichen Fussstapfen seines Vaters: Er verdingte sich als Strassenräuber und Halsabschneider. Insbesondere als auch Anna 1725 ihrem Schöpfer gegenüber zu treten hatte.
Um einer Verhaftung zu entgehen floh Wilhelm von Tulpehocken nach Germantown. Dort heiratete er Bettsy Smith. Sie gebar ihm 1730 einen Sohn, Joseph. Joseph sollte bis 1742 noch 4 Schwestern und einen Bruder bekommen. Wilhelm hatte derweil seine diebischen Künste eine andere Richtung gelenkt: Er hatte 1738 ein kleines Handelskantor eröffnet. Als Joseph 16 Jahre alt war, schickte sein Vater ihn an den Ohio River, um mit den französischen Fallenstellern Geschäfte zu betreiben.
Joseph kam gerade rechtzeitig, um 1747 den ersten Krieg zwischen England und Frankreich um den Ohio zwischen England und Frankreich mitzuerleben. Der Krieg endete damit, dass England Zugang zu Mississippi und Ohio River hatte. Im selben Jahr wurde die Ohio River Company gegründet, und Joseph investierte sein Geld in diese Handels- und Immobiliengesellschaft.
Im gleichen Jahr wurden sein Vater und sein Bruder wegen Diebstahl und Betruges verhaftet und hingerichtet. Seine Mutter konnte die Schmach nicht ertragen und erhängte sich. Über die Schwestern ward nichts mehr vernommen.
Da gleichzeitig auch das Familienkapital konfisziert worden war, war Josephs
Investition in die Ohio Co. natürlich ein Glücksgriff. Miut 20 Jahren hatte er schon grosse Profite eingesammelt. Allerdings kam es 1754 zu einem weiteren Krieg zwischen Frankreich und England. Joseph sah sich gezwungen, sich in der Nähe von Fort Pitt nieder zu lassen.
In der Nachbarschaft dieses Forts entwickelte sich Pittsborough, wie es ab 1759 offiziell hiess.
Trotz, oder vielleicht besser wegen, des Krieges liefen Geschäfte für Joseph hervorragend. 1762 ehelichte er die Tochter eines Geschäftsfreundes, Emily White, die ihm 1763 William gebar.
Allerdings war dieses Glück nur von kurzer Dauer. 1763 griffen die Indianer unter Pontiac Pittsburg an und schlachteteten die Hälfte der Bürger ab. Eines der Opfer war Emily Himbachel. Joseph konnte glücklicherweise mit William ins Fort, das nach der Schlachterei in Pittsburgh von den Indianern belagert wurde, flüchten. Er hatte so ziemlich alle Besitztümer verloren, doch kam er mit dem Leben davon.
Ziel der Indianer war es gewesen, den Weissen Mann zurück zurück über die Appalachen nach Osten zu verdrängen. Sie waren dabei sogar recht erfolgreich. Nur drei Grenzforts hielten den Angriffen statt. Doch am Ende musste Pontiac im nach drei Monaten im August die Belagerung aufgeben und sich selbst zurückziehen.

Nach dem Ende der Feindseligkeiten zog Joseph mit seinem Sohn und einer Amme den Ohio River entlang, bis er ein Tal fand, das ihm eine neue Zukunft bot - Himbachel Valley.

Fortsetzung folgt....

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